Forschung Sprache
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Die Existenz des Genitivs in der deutschen Kindersprache - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Die Existenz des Genitivs in der deutschen Kindersprache - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Tanja Ulrich, Hans-Joachim Motsch
Die in der Forschungsliteratur vertretene Annahme, dass der Genitiv für den Spracherwerb deutscher Kinder keine Rolle (mehr) spiele, hat dazu geführt, dass die Fähigkeit zur Genitivmarkierung aus diagnostischen Erhebungsverfahren sowie Fördermaßnahmen weitgehend ausgespart blieb. Empirische Untersuchungen, die diese Annahme stützen, existierten bislang jedoch nicht. Im Rahmen des Beitrags soll daher erstmals die Korrektheit der Genitivmarkierung bei spracherwerbenden deutschen Kindern systematisch dokumentiert werden. Die Daten wurden im Rahmen des Forschungsprojekts GED 4-9 erhoben. Die Stichprobe umfasste N = 968 monolingual deutsch aufwachsende Kinder im Alter zwischen 4;0 und 8;11 Jahren. Die Fähigkeit, den Genitiv zu markieren, wurde im Rahmen einer spielerischen Erhebungssituation an jeweils acht Items evoziert. Die Antworten der Kinder wurden quantitativ sowie qualitativ im Hinblick auf bestimmte Fehlermuster ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass deutschsprachige Kinder sehr wohl über die Fähigkeit verfügen, den Genitiv korrekt zu markieren. Pränominale Genitivattribute werden bereits im Vorschulalter überwiegend korrekt verwendet. Mit Eintritt in das Schulalter nimmt auch die Korrektheit für potentiell anspruchsvollere Genitivstrukturen – postnominale Attribute sowie präpositional zugewiesene Genitive – deutlich zu. Die Fähigkeit, den Genitiv markieren zu können, stellt nach wie vor einen Teil der Sprachkompetenz deutschsprachiger Kinder dar. Der zunehmende Kontakt mit Schrift- und Bildungssprache im unterrichtlichen Kontext scheint sich unterstützend auf den Erwerbsprozess auszuwirken.
Die Rolle sprachtherapeutischer Berufe in der Intervention kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten bei Erwachsenen mit ASS (Autismus-Spektrum-Störung): Ein Aufruf zur Interdisziplinarität - Forschung Sprache 2/2015
Die Rolle sprachtherapeutischer Berufe in der Intervention kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten bei Erwachsenen mit ASS (Autismus-Spektrum-Störung): Ein Aufruf zur Interdisziplinarität - Forschung Sprache 2/2015
Antje Orgassa, Marita Brenneise, Carolin Schwenzfeier, Eva Wasser, Johanna Witthacke, Jan-Pieter Teunisse
Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ohne intellektuelle Beeinträchtigung (d. h. eine normale Sprachentwicklung und ein Intelligenzquotient von ≥85 liegen vor), weisen häufig Einschränkungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation auf (American Psychiatric Association, 2013). Laut dem deutschen Bundesverband für Logopädie (dbl, 2013a) behandeln auch Logopäden und andere sprachtherapeutische Berufsgruppen diese Einschränkungen. Allerdings wird die Rolle der sprachtherapeutischen Berufsgruppen bei der Intervention von kommunikativ-pragmatischen Einschränkungen bei Erwachsenen mit ASS nur unzulänglich in der Literatur beschrieben. Um diese Wissenslücke zu schließen, befasst sich die hier vorgestellte Studie mit der Frage, welche therapeutischen Berufsgruppen in Deutschland Intervention in Bezug auf kommunikativ-pragmatische Probleme bei ASS ohne intellektuelle Beeinträchtigungen durchführen und welchen Stellenwert die sprachtherapeutischen Berufe darin einnehmen.
Dysarthrie bei infantiler Cerebralparese (ICP) - In welchem Zusammenhang stehen Sprechstörung, Körperbehinderung und berufliche Teilhabe? - Forschung Sprache 2/2014
Dysarthrie bei infantiler Cerebralparese (ICP) - In welchem Zusammenhang stehen Sprechstörung, Körperbehinderung und berufliche Teilhabe? - Forschung Sprache 2/2014
Theresa Schölderle, Anja Staiger, Renée Lampe, Katrin Strecker, Wolfram Ziegler
Die infantile Cerebralparese (ICP) ist die häufigste neurologische Ursache für eine Körperbehinderung im Kindesalter. Neben der motorischen Beeinträchtigung, die Grundlage der Klassifikation unterschiedlicher Subtypen ist (z. B. spastische, dyskinetische ICP), umfasst das klinische Bild meist Störungen der Sensorik, Wahrnehmung und Kognition. Auch Beeinträchtigungen der Kommunikation, die vorwiegend durch Symptome einer Dysarthrie geprägt sind, treten bei den meisten Patienten auf. Die Sprechstörung, die häufig zu erheblichen Aktivitäts- und Teilhaberestriktionen führt, muss im Rahmen der komplexen Mehrfachbehinderung bei ICP und ihrer psychosozialen Folgen betrachtet werden.
Early Literacy in deutschen Kindertageseinrichtungen - Eine Analyse der Häufigkeit von Literacy-Aktivitäten im Kita-Alltag - Forschung Sprache 2/2017
Early Literacy in deutschen Kindertageseinrichtungen - Eine Analyse der Häufigkeit von Literacy-Aktivitäten im Kita-Alltag - Forschung Sprache 2/2017
Claudia Wirts, Franziska Egert, Karin Reber
Frühe Literacy-Erfahrungen in Familie und Kindertageseinrichtungen stehen in positivem Zusammenhang mit der Sprachentwicklung und den Leseleistungen im Schulalter (Lehrl, Ebert & Roßbach, 2013; Kuger, Roßbach & Weinert, 2013). Bislang ist allerdings nicht erforscht, wie oft diese Aktivitäten im Alltag von Kindertageseinrichtungen in Deutschland überhaupt auftreten. Deshalb wird im Rahmen der BiSS-E-Studien explorativ die Häufigkeit alltagsintegrierte Literacy-Aktivitäten in Kindertageseinrichtungen untersucht. Ziel des Beitrags ist die deskriptive Darstellung von Literacy-Aktivitäten im Alltag von Kindertageseinrichtung. Weiter wird analysiert, ob die Anzahl der Literacy-Aktivitäten von tagesaktuellen Rahmenbedingungen abhängt. Fokussiert werden dabei Bilderbuchbetrachtungen, Aktivitäten zur phonologischen Bewusstheit und Aktivitäten zum Umgang mit Schrift.
Ein Faktorenmodell zu Qualitätsmerkmalen des Unterrichts mit sprachbeeinträchtigten Kindern - Forschung Sprache 2/2014
Ein Faktorenmodell zu Qualitätsmerkmalen des Unterrichts mit sprachbeeinträchtigten Kindern - Forschung Sprache 2/2014
Anja Theisel
Die vorliegende Untersuchung geht davon aus, dass für den Unterricht mit sprachbeeinträchtigten Kindern neben Qualitätsmerkmalen allgemein ‚guten‘ Unterrichts spezifische Merkmale eine bedeutsame Rolle spielen. Damit würde sich das Konstrukt eines sprachheilpädagogischen Unterricht von dem eines allgemein ‚guten‘ Unterrichts unterscheiden. Es wurde der Versuch unternommen, ein Untersuchungsinstrument zu entwickeln, das das Konstrukt eines entwicklungswirksamen Unterrichts für sprachbeeinträchtigte Kinder reliabel und valide erfasst. Dazu wurden über 300 Lehrkräfte befragt, die unterrichtlich mit sprachbeeinträchtigten Kindern arbeiten. Sie konnten aus der Literatur gewonnene und nach einer Expertenbefragung gewichtete Merkmale mit Hilfe des Lehrerfragebogens für den Unterricht mit sprachbeeinträchtigten Kindern (LeFraU-S) in der Häufigkeit ihres Einsatzes in der alltäglichen Praxis einschätzen. Die Ergebnisse wurden einer Faktorenanalyse unterzogen. Dabei konnte die Vielzahl an möglichen bedeutsamen Merkmalen des Unterrichts auf neun Grunddimensionen reduziert werden. Diese neun Faktoren enthalten aus Sicht von Theorie und Praxis bedeutsame Dimensionen für den Unterricht mit sprachbeeinträchtigten Kindern. Damit ist ein Versuch unternommen, das Spezifische dieses Unterrichts empirisch zu erfassen und für die betroffenen Kinder an unterschiedlichen Lernorten nutzbar zu machen.
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