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„Halt!“ Ein Diagnoseverfahren zum Textverstehen bei siebenjährigen Kindern - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
„Halt!“ Ein Diagnoseverfahren zum Textverstehen bei siebenjährigen Kindern - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
Corinne Weyda, Wilma Schönauer-Schneider
Hörverstehen von Texten ist eine wichtige Kompetenz für Lern- und Bildungserfolg, die Kindern mit Sprachverständnisstörungen oftmals Probleme bereitet und deshalb überprüft werden sollte. Skarakis-Doyle (2002) entwickelte für Kinder im Kindergartenalter eine mehrdimensionale Diagnostik, die neben Fragen zu einer Geschichte auch das Entdecken von Erwartungsverletzungen umfasst. Für das Schulalter fehlen hier jedoch insbesondere im deutschsprachigen Raum noch derartige diagnostische Instrumentarien. In der vorliegenden Studie wurde deshalb ein Diagnoseverfahren zum Hörtextverstehen im Grundschulalter entwickelt. Als Grundlage diente die Adaption der Geschichte „Halt!“, rief der Bär von Manfred Mai (1995). Nach dem Hören der Geschichte müssen Kinder Inhalts- und Inferenzfragen im „Multiple Choice-Format“ beantworten sowie in einer Version mit Inkonsistenzen diese Fehler entdecken und korrigieren. Das Verfahren sowie weitere Vergleichstests, u. a. zum Satz- und Textverstehen wurden 2012 an 58 monolingual deutschsprachigen Kindern im Alter von 7;0–7;11 Jahren überprüft. 13 Kinder davon wiesen rezeptive Auffälligkeiten auf. Im Vordergrund stand die Frage, ob sich Kinder mit rezeptiven Auffälligkeiten von sprachlich unauffälligen Kindern bei dem vorliegenden Verfahren unterscheiden. Zusätzlich wurden die Items hinsichtlich Schwierigkeit, Trennschärfe und Reliabilität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit rezeptiven Auffälligkeiten sowohl beim Beantworten von Fragen als auch beim Erkennen und Korrigieren von Erwartungsverletzungen signifikant schlechter abschneiden als sprachlich unauffällige Kinder. Die Itemanalyse zeigte für die meisten Items einen ausreichenden Schwierigkeitsgrad bzw. Trennschärfe und eine zufriedenstellende Reliabilität. Insgesamt scheint somit das Verfahren geeignet, Kinder mit nicht ausreichendem Verstehen von Hörtexten zu erfassen. Da jedoch nur 13 Kinder mit rezeptiven Auffälligkeiten überprüft wurden, sind diese Ergebnisse in weiteren, größer angelegten Studien zu evaluieren.
Förderung des Textverständnisses durch die Vermittlung von Verstehensstrategien – Eine Metaanalyse zur Effektivität - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
Förderung des Textverständnisses durch die Vermittlung von Verstehensstrategien – Eine Metaanalyse zur Effektivität - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
Andreas Mayer, Dana-Kristin Marks
Im deutschsprachigen Raum werden bei Kindern mit Leseschwierigkeiten aktuell v. a. phonologisch orientierte Fördermaßnahmen favorisiert, die sich primär im Hinblick auf die Worterkennung als effektiv erwiesen haben und damit eine Grundlage für sinnentnehmendes Lesen schaffen können. Insbesondere bei Kindern mit beeinträchtigtem Leseverständnis trotz angemessener Lesefertigkeit müssen diese Maßnahmen durch Konzepte ergänzt werden, die auf eine aktive Auseinandersetzung mit dem Gelesenen und das Generieren eines Situationsmodells abzielen. Eine vielversprechende Methode liegt in der Vermittlung von Strategien (Aktivieren von Vorwissen, Fragen stellen, Überwachung des Verstehensprozesses, bildhaftes Vorstellen, Zusammenfassen), die Schüler unterstützen sollen, den Inhalt des Gelesenen eigenaktiv-strategisch zu (re-)konstruieren und mit dem Vor- und Weltwissen zu verknüpfen.
Evaluation des computerbasierten Trainingsprogramms Lautarium bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
Evaluation des computerbasierten Trainingsprogramms Lautarium bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen - Forschung Sprache 1/2019 - dgs
Anita Hönninger
Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen sind häufig von Schriftsprachproblemen betroffen. Die Wirksamkeit von Programmen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit und Kombinationstrainings mit schriftsprachlichen Anteilen zur Unterstützung des Schriftspracherwerbs im Vorschul- und frühen Grundschulalter zeigen unterschiedliche Ergebnisse. Befunde von Trainingsstudien im höheren Grundschulalter liegen kaum vor.
Sprachliche Interaktionen in Kindertageseinrichtungen mit hohem Anteil an mehrsprachigen Kindern - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Sprachliche Interaktionen in Kindertageseinrichtungen mit hohem Anteil an mehrsprachigen Kindern - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Samuel Jahreiß, Beyhan Ertanir, Steffi Sachse, Jens Kratzmann
In den vergangenen Jahren hat sich der Blick auf die Mehrsprachigkeit der Kinder weg von einer Defizitorientierung hin zu einer Stärkenorientierung gewandelt. Bislang ist allerdings noch nicht erforscht, wie häufig die nichtdeutschen Herkunftssprachen er Kinder im Kita-Alltag Verwendung finden. Daher wird im Rahmen der IMKi-Studie ein USA stammendes Beobachtungsverfahren eingesetzt und erprobt. Folgende Fragestellungen werden fokussiert: Werden nichtdeutsche Herkunftssprachen in der Kind-Fachkraft-Interaktion und Peer-Interaktion verwendet? Welches Antwortverhalten zeigt das pädagogische Personal auf die kindlichen Äußerungen? In welche sprachliche Aktivitäten ist das beobachtete Kind eingebunden? Welche Limitierungen bringt das gewählte Beobachtungsinstrument mit sich? In der IMKi-Studie wurden zum ersten Erhebungszeitraum insgesamt 38 zufällig ausgewählte Kindergartenkinder (3-6 Jahre) in 19 Kitas in Süddeutschland in ihren sprachlichen Interaktionen beobachtet. Hierzu wurde das Beobachtungsinstrument „Language Interaction Snapshot“ (LISn; Atkins-Burnett, Sprachman, Lopez, Caspev & Fallin, 2011) eingesetzt. Die Beobachtungsergebnisse liefern erste Anzeichen dafür, dass (1) die Peer-Interaktionen den größten Anteil der kindlichen Interaktionen ausmachen und (2) die nichtdeutsche Herkunftssprache der Kinder nur in Ausnahmefällen in der Kommunikation mit anderen Kindern Verwendung findet. Das aus den USA stammende Beobachtungsverfahren zeigt sich nicht in allen Aspekten auf die deutschen Verhältnisse übertragbar. Dennoch wird deutlich, dass die Potenziale von (mehr-)sprachigen Interaktionen im Kita-Alltag noch selten Verwendung finden.
Sprachförderbedarf von Jugendlichen mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) beim Übergang von der Schule in den Beruf - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Sprachförderbedarf von Jugendlichen mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) beim Übergang von der Schule in den Beruf - Forschung Sprache 2/2018 - dgs
Anja K. Theisel, Susanne Wagner
Sprachentwicklungsstörungen (SES) gelten als Störungsbilder der Kindheit. Es gibt gleichwohl deutliche Evidenz dafür, dass sprachliche Beeinträchtigungen bis ins Jugend- und Erwachsenenalter persistieren können. Die Studie zeigt, dass es nachweisbare persistierende sprachliche Einschränkungen auch am Ende der Sekundarstufe beim Übergang in die Berufsausbildung gibt und diskutiert die Art der Einschränkungen. 85 Kinder und Jugendliche mit einer Historie von Sprachentwicklungsstörungen und 11 Jugendliche mit anderen sprachlichen Auffälligkeiten absolvierten die Leipziger Testbatterie zur Messung des formal-sprachlichen Entwicklungsstands bei Jugendlichen (LTB-J, BBW Leipzig, 2008). Die Ergebnisse machen deutlich, dass viele Jugendliche mit SES-Historie in ihren sprachlichen Leistungen unterhalb der Normwerte für Hauptschüler liegen. Insbesondere die Subtests zu den Nachsprechleistungen (Nachsprechen von Pseudowörtern, von Sätzen und von Kunstwortsätzen) bleiben unterdurchschnittlich. Auch im Vergleich zu Jugendlichen mit anderen Störungen von Sprechen bzw. Sprache erreichen Jugendliche mit SES signifikant schlechtere Leistungen. Die Störungsbilder von 15- und 18-Jährigen unterscheiden sich kaum voneinander. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer spezifischen Diagnostik beim Übergang von der Schule in den Beruf und die Bereitstellung von Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der Berufsausbildung.
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