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Implizite und/oder explizite Methoden in der Sprachförderung und Sprachtherapie - was ist effektiv? - Forschung Sprache 2/2017
Implizite und/oder explizite Methoden in der Sprachförderung und Sprachtherapie - was ist effektiv? - Forschung Sprache 2/2017
Christina Kauschke, Janina Rath
Derzeit wird diskutiert, ob eine Verbesserung grammatischer Fähigkeiten eher durch implizite (z. B. Inputspezifizierung) oder durch explizite (d. h. metasprachliche) Methoden erreicht werden kann oder ob eine Methodenkombination wirksamer ist. Mit zwei Studien wird der Frage nachgegangen, durch welche Methoden(-kombination) sprachliche Lernfortschritte bei Kindern mit Förderbedarf im Bereich der Morphologie erzielt werden können. Insbesondere wird untersucht, ob sich Fortschritte aufgrund von alleiniger Inputanreicherung beobachten lassen und ob sich durch zusätzliche metasprachliche Instruktion ein weiterer Lernzuwachs erreichen lässt.
Ist Chancengerechtigkeit für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen schon Realität? Eine empirische Querschnittsstudie zur Quantifizierung des Bedarfs sprachtherapeutischer Interventionen im Primarbereich - Forschung Sprache 1/2017
Ist Chancengerechtigkeit für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen schon Realität? Eine empirische Querschnittsstudie zur Quantifizierung des Bedarfs sprachtherapeutischer Interventionen im Primarbereich - Forschung Sprache 1/2017
Susann Tiede, Jörg-Uwe Braun
Die Kernfrage lautet: Ist die Chancengerechtigkeit von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen in der Grundschule schon Realität, oder ist es notwendig, ein Umfeld zu schaffen, in dem ein methodendifferentes Lernen aller Schüler in einem gemeinsamen Unterricht erfolgt. Dieser Unterricht muss hinsichtlich sprachlicher Entwicklungsstörungen durch eine fortwährende Kooperation von Logopäden und (Sonder-) Pädagogen realisiert werden. Diese Kooperation muss so ausgelegt sein, dass eine hinreichend vielfältige Förderung mit einer kontinuierlich engen Verzahnung zu den Unterrichtsinhalten geschaffen wird. Dies korrespondiert mit Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention, gemäß der Kinder mit Beeinträchtigungen und Behinderungen im gemeinsamen Unterricht beschult werden sollen. Hierzu sind für die Sicherstellung einer Chancengerechtigkeit therapeutische und soziale Hilfen außerschulischer Maßnahmenträger mit sonderpädagogischen Förderangeboten in Einklang zu bringen und synergetisch zu verzahnen. Aufgrund der Tatsache, dass die derzeitig durchgeführten Schuleingangstests und amtsärztlichen Untersuchungen sehr unterschiedlich geartet und teils sprachfrei ausgelegt sind, liefern sie oft keine geeignete Aussage über einen etwaigen therapeutischen Versorgungsbedarf. Die große Dunkelziffer bedürftiger unversorgt bleibender Kinder wird in dieser Arbeit in Form des Bedarfs einer Integration von Logopäden in ein inklusives Schulsetting quantifiziert.
Ist Poltern ein exekutives Problem? - Forschung Sprache 1/2013
Ist Poltern ein exekutives Problem? - Forschung Sprache 1/2013
Maria-Dorothea Heidler
Poltern wird vor allem als Redeflussstörung konzeptualisiert mit überstürzter und unregelmäßiger Sprechweise sowie eingeschränkter Verständlichkeit. Dass es sich jedoch um keine reine Redeflussstörung handeln kann, wird klar, wenn man das Spektrum der Kernsymptome betrachtet, zu denen neben einer überhasteten Sprechgeschwindigkeit auch desorganisiertes Verhalten, Aufmerksamkeitsdefizite, eine beeinträchtigte Selbstwahrnehmung und diskurspragmatische Störungen gehören. Dieses Spektrum an beeinträchtigten kognitiven und sozialen Exekutivfunktionen lässt vermuten, dass es sich beim Poltern um Symptome eines dysexekutiven Syndroms handeln könnte – möglicherweise als Folge einer fronto-striatalen Dysregulation. Dies verändert den sprachtherapeutischen Blickwinkel auf das Poltern, bei dem die Redeflussstörung dann nur ein Symptom unter vielen ist und erweitert gleichzeitig das Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten, da für dysexekutive Syndrome zahlreiche neuropsychologische Konzepte zur Verfügung stehen.
Mehrdimensionale Diagnostik von Textverständnis im Vorschulalter mit der Timogeschichte - eine explorative Untersuchung - Forschung Sprache 1/2014
Mehrdimensionale Diagnostik von Textverständnis im Vorschulalter mit der Timogeschichte - eine explorative Untersuchung - Forschung Sprache 1/2014
Simone Janda, Marina Heel
Aufgrund fehlender Diagnostikverfahren im Vorschulalter entwickelten Heel und Janda (2011) einen Geschichtentest – die Timogeschichte – zur mehrdimensionalen Überprüfung des Textverständnisses in Anlehnung an die im angloamerikanischen Raum vorhandene „splish splash story“ (u.a. Skarakis-Doyle & Dempsey 2008a,b). Die Timogeschichte umfasst drei Untertests Verständnisfragen (VF), Gemeinsames Nacherzählen (GN) und Entdeckung von Erwartungsverletzungen (EV). Im Rahmen einer explorativen Studie wurde dieses Verfahren mit der Timogeschichte auf seine Anwendbarkeit erprobt, u.a. hinsichtlich Sensitivität, Spezifität und Itemanalysen sowie der Tauglichkeit der einzelnen Untertests. Daneben wurden Erkenntnisse zum Textverstehen erhoben, u.a. wie verschiedene Dimensionen des Textverständnisses miteinander bzw. mit anderen sprachlichen Ebenen zusammenhängen.
Pluralmarkierung bei deutschsprachigen Kindern zwischen 4 und 9 Jahren - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Pluralmarkierung bei deutschsprachigen Kindern zwischen 4 und 9 Jahren - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Sarah Thater, Tanja Ulrich
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Korrektheit der Pluralmarkierungen bei Kindern im Alter zwischen 4 und 9 Jahren. Die verwendeten Daten entstammen dem Projekt Grammatikerwerb deutschsprachiger Kinder zwischen 4 und 9 Jahren (GED 4–9), bei dem mithilfe der ESGRAF 4–8 die grammatischen Fähigkeiten von 968 Kindern untersucht wurden. Die neun Pluralklassen wurden durch je ein Item überprüft. Für die Datenanalyse waren insbesondere der Einfluss der Häufigkeit der Pluralmarkierungen in der Umgebungssprache der Kinder sowie die dokumentierten Fehler und deren mögliche Ursachen von Interesse. Es konnte gezeigt werden, dass der Erwerb des Plurals ein komplexer Prozess ist, der bis ins Schulalter hinein andauert. Die verschiedenen Pluralmarkierungen werden nicht alle gleichzeitig erworben. Ein Großteil der falschen Formen wurde durch unpassende Affigierung gebildet, wobei vermutlich ein Zusammenhang zur Struktur der Items besteht. Signifikante Unterschiede im Erwerbsverlauf konnten hinsichtlich der Häufigkeit der Markierungen in der Umgebungssprache der Kinder nur für ausgewählte Items festgestellt werden.
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