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Evidenzen zu Empfehlungen und Ansätzen in der Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 18-23
Evidenzen zu Empfehlungen und Ansätzen in der Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 18-23
Wiebke Scharff Rethfeldt
Seit 2006 ist die Zuwanderung nach Deutschland steigend, sodass sich der Anteil von Menschen mit kulturell und linguistisch diversem Hintergrund an der deutschen Bevölkerung und damit auch die Bedarfe und Anforderungen an die logopädische Versorgung erhöhen. Die logopädische Therapie von Sprech- und Sprachstörungen hat sowohl für einsprachige als auch für mehrsprachige Kinder mit Blick auf eine gesellschaftliche Teilhabe und damit die gesundheitliche und soziale Chancengleichheit hochgradig Relevanz. Die in der Logopädie konsultierte Grundlagenforschung zur Sprachentwicklung und ihren Störungen basiert jedoch auf der Untersuchung monolingualer Kohorten. Theorien und Modelle sowie das Vorgehen in der sprachtherapeutischen Intervention bei Sprachentwicklungsstörungen sind damit vorrangig auf die Behandlung bei einsprachigen Kindern ausgerichtet. Auf der Grundlage monolingualer Erkenntnisse basierende Empfehlungen zur Beratung und Behandlung mehrsprachiger Kinder bedürfen somit einer kritischen Überprüfung. Der Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse aus Interventionsstudien mit mehrsprachigen Kindern. Sie bilden die evidenzbasierte Grundlage für Fragen zur Sprachwahl, zu geeigneten Therapieinhalten und möglichen Transfereffekten.
Interaktionsqualität in der Logopädie -
Interaktionsqualität in der Logopädie - "Logopädischer Erfolg wird durch die Interaktionsqualität und die Beziehungsebene zum Patienten bestimmt" - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 12-16
Nadja Weigand
Die Interaktionsqualität und die Beziehungsebene sind in allen therapeutischen Berufen von ausschlaggebender Bedeutung und beeinflussen den Therapieerfolg. 15% des Therapieerfolgs lassen sich aufgrund von Methode und Technik erklären, 85% des Erfolgs werden sozialen Kompetenzen, individueller Patienteneinstellung und Patientenbedürfnissen sowie der therapeutischen Beziehung zugeschrieben. Es lässt sich also behaupten: Der Erfolgsfaktor wird durch die Beziehungsebene und die Interaktionsqualität bestimmt. Auf der Grundlage der Master-These der Autorin werden Aspekte und Faktoren, die zur Qualität der Interaktion beitragen und bewusst in der Eigenverantwortung und Kompetenz der TherapeutIn selbst liegen, kurz dargelegt. In der Schlussbetrachtung werden das Phänomen der therapeutischen Bindung im Sinne einer sicheren Basis und die Wirkfaktoren einer therapeutischen Beziehung in Anlehnung an die Erkenntnisse aus der Psychotherapie vertiefend dargestellt. Die therapeutische Haltung, das Menschenbild der TherapeutIn und die Beziehungsfähigkeit sind gefordert.
Kindliche Schluckstörungen - Behandlung und Forschung im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Affoltern am Albis (Schweiz) - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 24-28
Kindliche Schluckstörungen - Behandlung und Forschung im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Affoltern am Albis (Schweiz) - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 24-28
Susanne Bauer, Chiara Hanser, Lea Tschirren
Einen Schwerpunkt der logopädischen Tätigkeit im Rehabilitationszentrum in Affoltern am Albis stellt die Diagnostik und Therapie von kindlichen Schluckstörungen dar. Die Kenntnis der physiologischen Essentwicklung ist dafür eine entscheidende Grundlage. Nach einem Überblick über die Unterschiede der Dysphagietherapie bei erworbenen und angeborenen Hirnschädigungen wird der Fokus auf die Zerebralparese gelegt. Bei der Durchführung einer klinischen Studie am Rehabilitationszentrum zur Überprüfung der Reliabilität und Validität der deutschen Übersetzung des „Eating and Drinking Ability Classification System" (EDACS) für Kinder und Jugendliche mit Zerebralparese zeigte sich eine sehr gute Reliabilität (0,91) und eine hohe Validität (0,66). Als Vergleichsinstrument diente der Bogenhausener Dysphagiescore (BODS). Die Erhebung wurde aktuell mit einer größeren Stichprobe weitergeführt und ist abgeschlossen (Artikel in Vorbereitung). Durch den Übersetzungsprozess ist eine Version für alle deutschsprachigen Länder (Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Deutschland) entstanden. Das EDACS (Manual und Algorithmus) ist kostenlos erhältlich: www.kispi.uzh.ch/rza/de/forschen-de/publikationen/downloads/Seiten/default.aspx.
Logopädie in palliativen Situationen - Logopädischer Handlungsspielraum illustriert an Praxisbeispielen aus der Schweiz - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 34-39
Logopädie in palliativen Situationen - Logopädischer Handlungsspielraum illustriert an Praxisbeispielen aus der Schweiz - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 34-39
Heike Rack Huser, Nicole Bruggisser
Die Logopädie hat auch in palliativen Situationen einen wichtigen Beitrag zu leisten. Kommunikation und Schlucken sind zwei Anliegen, die für Patienten mit einer schwerwiegenden Krankheit auch am Lebensende eine zentrale Rolle spielen. Anhand von Praxisbeispielen werden mögliche Aufgaben der Logopädie aufgezeigt. Dabei sind ein Bewusstsein für die spezielle Situation der Patienten und ihrer Familien, die multiprofessionelle Zusammenarbeit, spezifische Weiterbildung und knappe Ressourcen die zentralen Herausforderungen für Therapeuten.
Mit Struktur und Flexibilität zum Therapieerfolg - Therapieverständnis und Elternbedürfnisse in der logopädischen Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 6-10
Mit Struktur und Flexibilität zum Therapieerfolg - Therapieverständnis und Elternbedürfnisse in der logopädischen Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen - Forum Logopädie Heft 6 (31) November 2017 6-10
Bertram Weber
Die logopädische Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen stellt an die behandelnden LogopädInnen zahlreiche Herausforderungen. Sie ist ein höchst komplexes und multifaktorielles Geschehen, für dessen Gelingen nicht nur das vorhandene Störungsbild und die verwendete Therapiemethode, sondern zahlreiche andere Komponenten von Bedeutung sind. Dazu gehören u.a. Persönlichkeitsfaktoren der LogopädIn, des Kindes und der Eltern, die Motivation und Therapiebereitschaft des Kindes, die Möglichkeiten der Eltern zur aktiven Mitarbeit, die Fachkompetenz der LogopädIn und an vorderster Stelle die Qualität und Stabilität der therapeutischen Beziehung. Die beschriebene Problematik war Gegenstand einer qualitativen Untersuchung zu Therapieverständnis und Elternbedürfnissen in der logopädischen Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen. Vor dem Hintergrund der präsentierten Ergebnisse wird die Beurteilung des Therapieerfolgs durch die gängige Evidenzhierarchie einer evidenzbasierten Praxis hinterfragt.
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