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Die Neurobiologie der Sprache - Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren bei Gesunden und bei Patienten mit Aphasie - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 12-16
Die Neurobiologie der Sprache - Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren bei Gesunden und bei Patienten mit Aphasie - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 12-16
Dorothee Kümmerer
Mithilfe von modernen bildgebenden Techniken ist es möglich, die Neurobiologie der Sprache sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Aphasie zu untersuchen. Es zeigt sich, dass Sprache in weitläufigen kortikalen Netzwerken verarbeitet wird, die über unterschiedliche Faserverbindungen interagieren. Die funktionelle Relevanz dieses dualen Netzwerkmodells konnte anhand läsionsbasierter Ergebnisse an einer großen Gruppe von Schlaganfall-Patienten mit Aphasie bestätigt werden. Dies führt zu einem besseren Verständnis der neuronalen Basis der Sprachverarbeitung im Gehirn. Durch die interagierende Netzwerkorganisation des Gehirns ist es möglich, den Funktionsverlust nach Schlaganfall durch Reorganisation variabel zu kompensieren, hierbei spielen unterschiedliche Mechanismen eine Rolle. Die individuellen zugrunde liegenden Mechanismen sind entscheidend für die Entwicklung bzw. Auswahl entsprechender therapeutischer Interventionen, um die Restitution im einzelnen Patienten bestmöglich zu fördern. Im Folgenden wird beschrieben, wie mit den Methoden der strukturellen und funktionellen MRT-Bildgebung Funktion, Funktionsverlust und Restitution von Sprache dargestellt werden können. Eine Vorhersagbarkeit der Spracherholung ist mithilfe von Mustererkennungsalgorithmen anhand der funktionellen MRT-Bildgebungsdaten bereits in der frühen Phase nach dem Schlaganfall möglich.
Inklusion oder Emanzipation von Menschen mit Behinderung? Kritische Analyse des politisch propagierten Inklusionsmodells - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 6-10
Inklusion oder Emanzipation von Menschen mit Behinderung? Kritische Analyse des politisch propagierten Inklusionsmodells - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 6-10
Matthias Burchardt
Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob das politisch propagierte Inklusionsmodell den Betroffenen dient oder nicht eher eine Sparmaßnahme oder gar ein anti-emanzipatorisches Programm ist. Er kommt nach der Analyse einer Reihe von Widersprüchen in der Inklusionsideologie zu dem ernüchternden Schluss, dass der Inklusionsbegriff unterkomplex, moralisch indifferent, politisch korrumpiert und damit ungeeignet für den Diskurs ist. Das beginnt bei der begrifflichen Unschärfe und geht bis zum Widerspruch zwischen Inklusion und dem Druck zur Selbstoptimierung in der neoliberalen Wettbewerbsgesellschaft. Die produktive Unterscheidung von Emanzipation und Inklusion, für die in diesem Beitrag argumentiert wird, verfolgt dagegen eine andere Absicht: die Ermutigung zu einer politischen Initiative, die friedvolle, humane und gerechte Lebensbedingungen für alle Menschen im demokratischen Gemeinwesen schafft.
Konsistenzadaption bei Dysphagie - Eine Pilotstudie zur Akzeptanz nektarartig angedickter und naturdicker Getränke bei älteren Menschen - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 24-28
Konsistenzadaption bei Dysphagie - Eine Pilotstudie zur Akzeptanz nektarartig angedickter und naturdicker Getränke bei älteren Menschen - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 24-28
Marco Gerschke
Das Andicken von Getränken ist eine gängige adaptive Maßnahme im Dysphagiemanagement, bei betroffenen Patienten jedoch wenig beliebt. Die vorliegende Pilotstudie unter 44 schluckgesunden Probanden ab 60 Jahren untersucht Akzeptanzunterschiede zwischen angedickten und naturdicken Getränken mit nektarartiger Konsistenz, die von den Probanden jeweils vor und nach Konsum bewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen positive Erwartungen an naturdicke Getränke und deutliche Unterschiede in der Erwartung an angedickte Getränke in Abhängigkeit von der Getränkeart. Nach Konsum wurden naturdicke Getränke signifikant besser bewertet als angedickte Flüssigkeiten. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass ein stärkeres Angebot naturdicker Getränke und der Verzicht auf das Andicken von Wasser zur Steigerung der Akzeptanz notwendiger diätetischer Maßnahmen zu empfehlen sind.
Nein, nicht hauen! Vom Umgang mit aggressiven, störenden und oppositionellen Kindern in der Therapie und zu Hause - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 38-41
Nein, nicht hauen! Vom Umgang mit aggressiven, störenden und oppositionellen Kindern in der Therapie und zu Hause - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 38-41
Ulrike Franke
In diesem Artikel werden externalisierende Verhaltensstörungen von Klein- und Vorschulkindern vorgestellt, Gründe für deren Auftreten beschrieben sowie mögliche hilfreiche Reaktionen darauf erarbeitet – in der Therapie, aber auch zu Hause, wo die Logopädin häufig als Beraterin gefragt ist. Je nach den Erscheinungsformen werden drei Hauptgruppen unterschieden – aggressive, störende und oppositionelle Kinder – und weiter differenziert. Die jeweiligen Motive der Kinder zu erkennen, erleichtert es, adäquat auf ihr Verhalten zu reagieren. Konkrete Beispiele illustrieren die verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten und den Umgang mit ihnen. Der Ansatz von Haim Omer wird als zeitgemäßer Lösungsansatz für die Konflikte zwischen Eltern und älteren Kindern angeführt.
Schluckfrequenz und Atem-Schluck-Koordination bei olfaktorischer und taktiler Reizsetzung - eine Untersuchung an Schluckgesunden - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 18-23
Schluckfrequenz und Atem-Schluck-Koordination bei olfaktorischer und taktiler Reizsetzung - eine Untersuchung an Schluckgesunden - Forum Logopädie Heft 5 (29) September 2015 18-23
Maria Rutz, Ulla Beushausen, Holm Thieme
Der Schluckvorgang kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Bislang wenig erforscht sind dabei sensorische Reize und deren Einflüsse. Ziel der Studie war es, den Einfluss olfaktorischer und taktiler Reize auf die Schluckfrequenz und Atem-Schluck-Koordination (ASK) zu untersuchen. Dazu wurden die Schluckfrequenz und ASK von 26 schluckgesunden weiblichen Probanden erhoben. Der Artikel geht auf die Schluckfrequenz und Atem-Schluck-Koordination sowie die Methodik und die Ergebnisse der Untersuchung ein. Erste Implikationen für die Praxis werden dargestellt. Die Ergebnisse stellen einen Beitrag für die Grundlagenforschung dar und zeigen zukünftige Forschungsfelder auf.
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