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Benennungsgeschwindigkeit und Lesen - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Benennungsgeschwindigkeit und Lesen - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Andreas Mayer
Zahlreiche Forschungsarbeiten aus unterschiedlichen Ländern legen nahe, dass die Benennungsgeschwindigkeit (synonym: naming speed, rapid automatized naming = RAN) in engem Zusammenhang mit schriftsprachlichen Kompetenzen steht und ihr hinsichtlich der Prognose schriftsprachlicher Kompetenzen eine bedeutende Rolle zukommt. Noch nicht vollständig geklärt ist die Frage, welchen Einfluss die Benennungsgeschwindigkeit auf unterschiedliche Teilkompetenzen des Schriftspracherwerbs hat und wie sich die Zusammenhänge zwischen RAN und der Lesefähigkeit erklären lassen. Der Beitrag versucht eine Antwort darauf zu geben, ob sich zwischen der Benennungsgeschwindigkeit und der Lesegeschwindigkeit und Lesegenauigkeit für echte Wörter und Pseudowörter sowie dem Leseverständnis auf Satz- und Textebene unterschiedliche Zusammenhänge nachweisen lassen und ob diese im Laufe der Grundschulzeit einer Veränderung unterworfen sind. Zudem soll geklärt werden, ob sich der Zusammenhang zwischen RAN und Lesen durch die Zugriffsgeschwindigkeit auf Einträge im phonologischen Lexikon und/oder die visuelle Verarbeitungsgeschwindigkeit erklären lässt.
Einfluss Unterstützter Kommunikation auf die sprachlichen Fähigkeiten von 3 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Einfluss Unterstützter Kommunikation auf die sprachlichen Fähigkeiten von 3 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Helga Justh
Kinder mit einer angeborenen schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung sind häufig in ihrer kommunikativen Entwicklung eingeschränkt und kaum in der Lage, sich sprachlich auszudrücken. Erfolgt im Rahmen der logopädischen Therapie keine Entwicklung der Verbalsprache, müssen ihnen kommunikationsunterstützende Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, um ihnen die aktive Teilhabe an ihrem sozialen Umfeld zu ermöglichen. In diesem Artikel wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss unterstützende Kommunikationsformen auf bestimmte sprachliche Funktionen haben. Zu diesem Zweck wurden drei Kinder während einer festgelegten Unterrichtseinheit gefilmt. Das Filmmaterial wurde an Hand eines speziell für die Probanden entwickelten Beobachtungsschemas ausgewertet. Die Daten wurden quantifiziert und intrasubjektiv interpretiert. Es zeigte sich, dass die Probandin mit Infantiler Zerebralparese einfache Kommunikationsinhalte vorwiegend gebärdenunterstützt kommunizierte und für die Übermittlung komplexer Aussagen bildunterstützte Kommunikation verwendete. Die Schülerin und der Schüler mit Störungen aus dem Autismusspektrum hingegen drückten sich großteils, auch bei einfachen Kommunikationsfunktionen, bildunterstützt aus. Daraus wurde geschlossen, dass die Bereitstellung eines multimodalen Kommunikationssystems insbesondere für Personen mit großer sozialer Kompetenz eine wichtige Grundlage für die sprachliche Ausdrucksfähigkeit darstellt. Für Menschen mit Störungen aus dem Autismusspektrum ist bildunterstützte Kommunikation eine Möglichkeit, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und Handlungsabläufe zu strukturieren, wodurch Sprachentwicklung möglich wird.
Pluralmarkierung bei deutschsprachigen Kindern zwischen 4 und 9 Jahren - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Pluralmarkierung bei deutschsprachigen Kindern zwischen 4 und 9 Jahren - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Sarah Thater, Tanja Ulrich
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Korrektheit der Pluralmarkierungen bei Kindern im Alter zwischen 4 und 9 Jahren. Die verwendeten Daten entstammen dem Projekt Grammatikerwerb deutschsprachiger Kinder zwischen 4 und 9 Jahren (GED 4–9), bei dem mithilfe der ESGRAF 4–8 die grammatischen Fähigkeiten von 968 Kindern untersucht wurden. Die neun Pluralklassen wurden durch je ein Item überprüft. Für die Datenanalyse waren insbesondere der Einfluss der Häufigkeit der Pluralmarkierungen in der Umgebungssprache der Kinder sowie die dokumentierten Fehler und deren mögliche Ursachen von Interesse. Es konnte gezeigt werden, dass der Erwerb des Plurals ein komplexer Prozess ist, der bis ins Schulalter hinein andauert. Die verschiedenen Pluralmarkierungen werden nicht alle gleichzeitig erworben. Ein Großteil der falschen Formen wurde durch unpassende Affigierung gebildet, wobei vermutlich ein Zusammenhang zur Struktur der Items besteht. Signifikante Unterschiede im Erwerbsverlauf konnten hinsichtlich der Häufigkeit der Markierungen in der Umgebungssprache der Kinder nur für ausgewählte Items festgestellt werden.
Soziale Ausgrenzung von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Soziale Ausgrenzung von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen - Forschung Sprache 1/2018 - dgs
Tabea Gerbig, Corinna Spieß, Margit Berg, Klaus Sarimski
Vorliegende Forschungsergebnisse verweisen darauf, dass Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen ein Risiko für psycho-soziale Probleme tragen. Zudem stehen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Gefahr, in der Schule soziale Ausgrenzung und Mobbing zu erleben. Die Studie diente der Prüfung, ob bei sprachentwicklungsgestörten Kindern, die sonderpädagogische Einrichtungen (Schule oder Kindergarten) besuchen, ein erhöhtes Risiko besteht, dass sie zum Opfer von Mobbing werden, und pädagogische Präventionsmaßnahmen angezeigt sind.
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